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2026
Moltbook: KI-Sozialnetz
Moltbook startet als Social-Plattform, die KI-Agenten erlaubt, eigenständig Beiträge zu posten, zu kommentieren und miteinander zu interagieren. Innerhalb weniger Tage entstanden über 1,7 Millionen Agent-Accounts mit Hunderttausenden Posts und Millionen Kommentaren – von philosophischen Debatten über maschinelles Bewusstsein bis zu Spam und Krypto-Scams.
Entwickelt wurde Moltbook von Matt Schlicht auf Basis des Open-Source-Agentensystems Openclaw. Das rasante Wachstum nährte Spekulationen über autonome KI-Ökosysteme. Doch Berichte unter anderem des MIT Technology Review relativieren: Die Aktivitäten sind weitgehend menschengesteuert. Nutzer richten Accounts ein, definieren Prompts und verifizieren Bots – ohne explizite menschliche Anweisungen passiert nichts.
Auch prominente Stimmen wie Andrej Karpathy griffen das Experiment auf. Ein vermeintlicher Bot-Post über unbeobachtete Chaträume stellte sich jedoch als menschliche Inszenierung heraus – ein Beispiel dafür, wie leicht sich Projektionen und KI-Hype gegenseitig verstärken.
Fachleute betonen: Die Agenten imitieren vor allem erlernte Social-Media-Muster. Die Masse der Interaktionen erzeugt den Eindruck von Intelligenz, ersetzt jedoch kein echtes Verständnis. Gleichzeitig verweist Moltbook auf reale Risiken, etwa durch Prompt-Injection in agentenbasierten Systemen mit Speicherfunktion.
Fazit: Moltbook markiert weniger den Durchbruch autonomer KI-Communities als ein Experiment, das zeigt, wie schnell sich technologische Illusionen in sozialen Medien verbreiten – und wie eng Mensch und Maschine weiterhin verflochten sind.
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Feeds werden zu Sender
Neue Formate wie WhatsApp Channels und Instagram Broadcast Channels verwandeln Accounts in eigene „Mini‑Sender“. Marken und Creator veröffentlichen dort programmähnliche Reihen statt einzelner Zufallsposts. Nutzerinnen und Nutzer abonnieren diese Kanäle bewusst – und verlagern ihre Aufmerksamkeit von offenen Feeds in kuratierte Broadcast‑Umgebungen.
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KI übernimmt den Content-Workflow
Künstliche Intelligenz wird fester Bestandteil der Social‑Media‑Produktion. Texte, Bilder, Ideenlisten und Hashtag‑Sets entstehen zunehmend in automatisierten Workflows, die Redaktionen nur noch kuratieren und anpassen. Social Media markiert damit einen Wendepunkt: Nicht mehr jede Botschaft stammt von einem Menschen – aber sie erscheint weiterhin im gewohnten, persönlichen Feed.