Social Media Museum

Die Geschichte von Social Media

Monat: März 2022

Meta in Russland als „extremistische Organisation“ eingestuft

Ein russisches Gericht hat Meta als „extremistische Organisation“ eingestuft. Damit ist es russischen Unternehmen ab sofort untersagt, für Werbung in den offiziell ohnehin bereits verbotenen Apps Facebook und Instagram zu bezahlen. Mit dem Urteil kann Russland das Verbot rigoroser umsetzen. Whatsapp wird weder in dem früheren Verbot, noch in dem heutigen Gerichtsurteil erwähnt.

StudiVZ endgültig abgeschaltet

Foto: T3N

Heute endet in Deutschland die „Ära StudiVZ“. Nach knapp 17 Jahren wird das einst grösste soziale Netzwerk Deutschlands sowie die Schwesterplattform „MeinVZ“ endgültig abgeschaltet.
Offizieller Grund ist laut Betreibern, dass die Netzwerke „technisch so veraltet seien, dass ein Weiterbetrieb keinen Sinn macht“.
Nachdem ab 2008 Facebook immer stärker auf den deutschen Markt drängte, waren immer mehr Mitglieder dorthin abgewandert, sodass der Betrieb auf der Seite schon vor Jahren praktisch zum Erliegen gekommen war.

Instagram verändert Feed-Ansicht zu Gunsten von Individualisierung

Instagram führt die neuen Funktionen „Favoriten“ und „Gefolgt“ ein, um den Nutzern mehr massgeschneiderte Inhalte anzuzeigen. Ab sofort werden noch stärker Empfehlungen von Konten angezeigt, denen man folgt, oder mit denen man viel interagiert. Instagram beabsichtigt damit die Inhalte besser auf die Nutzer zuzuschneiden.
Kehrseite dieser Politik sind die mögliche Entstehung von Themenblasen, da ein Nutzer immer „mehr vom Gleichen“ angezeigt bekommt, daraufhin verzerrte Wahrnehmung der Realität sowie das Verpassen neuer, interessanter Themen, mit denen sich die Nutzer bis dahin nicht beschäftigt haben.

Russland verbietet Facebook und Instagram

Nachdem die Netzwerke zunächst „nur“ gesperrt und eingeschränkt waren, wurde Meta nun von einem Gericht in Moskau als „extremistische Organisation“ eingestuft. WhatsApp, das ebenfalls zu Meta gehört, ist nicht betroffen und daher weiter nutzbar, da Whatsapp nicht der »öffentlichen Verbreitung von Informationen« diene, so das Gericht. Hintergrund der neuen Eskalationsstufe war die Entscheidung von Meta, in bestimmten Fällen Aufrufe zur Gewalt gegen russische Truppen in der Ukraine zuzulassen.

Facebook erleichtert Organisation von Nothilfe für die Ukraine

Als weitere Reaktion auf den Krieg in der Ukraine und die Sperrung durch Russland führt Facebook neue Funktionen ein, mit denen Gruppen-Administrator*innen ihre Mitglieder dabei unterstützen können, sich auszutauschen und z.B. in Form von Spendenaktionen aktiv zu werden. Des Weiteren werden gemeinnützige Organisationen zur Unterstützung der Ukraine in vielen Ländern ganz oben angezeigt, damit sie leichter auffindbar sind.

TikTok arbeitet mit den Filmfestspielen von Cannes zusammen

TikTok ist offizieller Partner der Filmfestspiele von Cannes – die neue Partnerschaft soll das kulturelle Ereignis mit der einen Milliarde Nutzer der digitalen Plattform auf der ganzen Welt verbinden.
Während das Festival vor einigen Jahren Selfies auf dem roten Teppich verboten hat, will Cannes nun die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich ziehen und wird TikTok-Nutzer mit exklusiven Inhalten hinter den Kulissen, glamourösen Szenen auf dem roten Teppich und Interviews mit Talenten versorgen.TikTok startet im Rahmen dessen außerdem den #TikTokShortFilm, einen globalen In-App-Wettbewerb für vertikale Kurzfilme mit einer Länge zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten. Der Jury der ersten Ausgabe von #TikTokShortFilm sitzt ein bekannter Regisseur vor, dessen Name zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben wird. Drei Preise werden während des Festivals bei einer Veranstaltung in Anwesenheit von Cannes-Chef Thierry Fremaux verliehen.

Idea Pins können auf anderen Plattformen geteilt werden

Ab sofort kann man bei Pinterest veröffentlichte Idea Pins herunterladen und auf anderen sozialen Medien wie Facebook, Snapchat, TikTok und Instagram teilen. So bekommt der originale Pinterest-Inhalt eine größere Reichweite auf Pinterest und darüber hinaus.
Idea Pins sind mehrseitige Content-Slides zum Teilen von Ideen, Tutorials und Vorlieben.

Reaktionen der sozialen Medien auf den Krieg in der Ukraine

Foto: Deutschlandfunk

Kurz nach dem Einmarsch in die Ukraine hat Russland angekündigt, Facebook und Twitter in Russland zu sperren. Diese und andere soziale Netzwerke reagieren prompt. Im Informationszeitalter waren die sozialen Medien bereits lange vor dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine ein Schauplatz des Konfliktes.
Diese Übersicht zeigt einige Maßnahmen, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Meta arbeitet daran, seine Dienste trotz Sperrung in Russland aufrecht zu erhalten.
  • Meta hat für die Ukraine Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, darunter Warnhinweise für kriegsbezogene Fake News (z.B. mit alten Fotos) und eine Funktion, mit der Menschen ihr Facebook-Profil mit einem Klick sperren sowie ihre Freundeslisten vor Durchsuchungen schützen können.
  • Meta baut die Kapazitäten für Faktenchecks auf Russisch und Ukrainisch aus. Russische Staatsmedien können keine Werbung mehr schalten und keine Inhalte monetarisieren. Russische Werbetreibende können generell keine Werbung mehr bei Meta schalten, auch nicht in Russland.
  • Meta schränkt den Zugang zu RT und Sputnik in der EU und Großbritannien ein.
  • Für Instagram stellt Meta die Option von Ende-zu-Ende-verschlüsselten Nachrichten für User in Russland und der Ukraine zur Verfügung.
  • Nachdem Russland ein Gesetz erlassen hat, das allen mit bis zu 15 Jahren Gefängnis droht, die sich von der offiziellen Linie abweichend zum Krieg äußern, schränkt TikTok seinen Dienst dort ein. User in Russland können nicht mehr live streamen und keine neuen Inhalte mehr hochladen. Private Nachrichten können weiterhin gesendet werden.
  • TikTok hat ebenfalls den Zugang zu RT und Sputnik in Europa eingeschränkt. Die Accounts lassen sich zwar noch finden, aber es werden keine neuen Uploads angezeigt.
  • Nachdem Twitter zunächst Tweets von russischen Staatsmedien mit Warnungen versehen hatte, werden sie nun zurückgehalten.
  • Momentan gibt es auf Twitter keine Werbefunktion für Russland oder die Ukraine.
  • Reddit hat die Subreddits r/Russia und r/RussiaPolitics unter „Quarantäne“ gestellt. User sehen nun einen Warnhinweis. Des Weiteren werden die Inhalte dieser Subreddits nicht mehr empfohlen und nicht in der Suchfunktion angezeigt.
  • YouTube blockiert in der EU die Kanäle von RT und Sputnik.
  • Telegram hat in Russland deutlich mehr Bedeutung als Facebook oder Twitter. Telegram-Chef Pavel Durov hatte im Februar vor möglicherweise falschen Informationen dort gewarnt. Er erwägte eine Einschränkung des Dienstes, revidierte dies aber später. Telegram dient zwar einerseits der russichen Staatsführung für die Verbreitung von Propaganda und als Kommunikationskanal, auf den der Westen keinen Einfluss hat. Andererseits können dort aber auch Ukrainer und Oppositionelle unzensiert posten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ebenfalls einen Telegram-Kanal, auf dem er seine aktuellen Videos verbreitet.