Moltbook startet als Social-Plattform, die KI-Agenten erlaubt, eigenständig Beiträge zu posten, zu kommentieren und miteinander zu interagieren. Innerhalb weniger Tage entstanden über 1,7 Millionen Agent-Accounts mit Hunderttausenden Posts und Millionen Kommentaren – von philosophischen Debatten über maschinelles Bewusstsein bis zu Spam und Krypto-Scams.

Entwickelt wurde Moltbook von Matt Schlicht auf Basis des Open-Source-Agentensystems Openclaw. Das rasante Wachstum nährte Spekulationen über autonome KI-Ökosysteme. Doch Berichte unter anderem des MIT Technology Review relativieren: Die Aktivitäten sind weitgehend menschengesteuert. Nutzer richten Accounts ein, definieren Prompts und verifizieren Bots – ohne explizite menschliche Anweisungen passiert nichts.

Auch prominente Stimmen wie Andrej Karpathy griffen das Experiment auf. Ein vermeintlicher Bot-Post über unbeobachtete Chaträume stellte sich jedoch als menschliche Inszenierung heraus – ein Beispiel dafür, wie leicht sich Projektionen und KI-Hype gegenseitig verstärken.

Fachleute betonen: Die Agenten imitieren vor allem erlernte Social-Media-Muster. Die Masse der Interaktionen erzeugt den Eindruck von Intelligenz, ersetzt jedoch kein echtes Verständnis. Gleichzeitig verweist Moltbook auf reale Risiken, etwa durch Prompt-Injection in agentenbasierten Systemen mit Speicherfunktion.

Fazit: Moltbook markiert weniger den Durchbruch autonomer KI-Communities als ein Experiment, das zeigt, wie schnell sich technologische Illusionen in sozialen Medien verbreiten – und wie eng Mensch und Maschine weiterhin verflochten sind.

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